Presseschau

Chronologisch

 

Sierra Leone nach Ebola

 

Aktuelles vom Verein Sierra Leone Baden-Württemberg e.V.

Amtsblatt der Gemeinde Baltmannsweiler vom 08.04.2016

 

Sehnsüchtig erwarteten wir die Meldung der WHO, dass Sierra Leone Ebola-frei ist. Die erlösende Nachricht erfolgte im November 2015 und seitdem können wir – nach 20 Monaten! – endlich wieder im Land tätig sein.

 

Unseren Arbeitsschwerpunkt konzentrieren wir nach dieser Katastrophe ganz auf das Thema Gesundheit.

Seit 2013 besteht unsere Gesundheitsstation. Sie liegt im ländlich strukturierten Landesinneren und stellt die einzige derartige Einrichtung dar für die Bewohner von etwa 18 Dörfern, das entspricht ca. 8.000 bis 9.000 Menschen. Während der Ebola-Epidemie musste die Station wie alle nichtstaatlichen Gesundheitseinrichtungen schließen.

 

Seit November 2015 wurde unsere Gesundheitsstation „EAFA-Clinic“ rundum renoviert und im Januar 2016 wieder eröffnet. Welche tiefgreifenden Veränderungen die Epidemie im Land verursacht hat, tritt jetzt zutage. So muss z.B. unser bisheriges Gesundheits-Ausbildungs-Programm verändert werden und mit neuen Studenten beginnen. In Kooperation mit Homöopathen ohne Grenzen wird ein neues Curriculum entwickelt für die Ausbildung von Ersthelfern (healthworker). Aus jedem Dorf werden ausgewählte Personen in grundlegenden Hygienemaßnahmen, Versorgung von Verletzungen u.v.a. geschult. Ihre Aufgabe wird es sein, dieses Wissen in ihren Dörfern weiter zu vermitteln. Organisation und Finanzierung dieser Ausbildung obliegt unserem Verein, die Ausbildung selbst übernehmen die Ärztinnen und Heilpraktikerinnen von Homöopathen ohne Grenzen, die wie wir ehrenamtlich tätig sind.

 

Ein junger sierra-leonischer Arzt konnte gewonnen werden, der bereit ist, in der Station ständig seine Praxis zu betreiben. Noch fehlt dafür sehr viel notwendige Ausstattung, damit er seine ärztliche Tätigkeit voll ausüben kann. Daher ist es unser erstes wichtiges Ziel, die notwendigen finanziellen Mittel zu beschaffen, um die Station so auszustatten, dass eine Arztpraxis ganzjährig betrieben werden kann.

 

Eine solche Arztpraxis wäre für die ganze Region eine einmalige Chance, die es mit aller Kraft zu verwirklichen gilt!

 

In absehbarer Zeit wird das Gebäude erweitert werden müssen, da die drei bestehenden Räume sich bereits jetzt als zu klein erwiesen haben.

 

Die nächste ehrenamtliche Helfergruppe reist Ende April 2016 wieder dorthin. Wir hoffen, medizinisches Material auf die Reise mitnehmen zu können.

 

Aber alles, was wir dort im Land direkt erwerben können, soll auch dort beschafft werden. Daher sollten wir auch einen ansehnlichen Geldbetrag als Sofortmittel mitnehmen können.

 

Mit dem Blick auf die großen aktuellen Probleme in Deutschland und Europa sind wir der Überzeugung, dass die Förderung des Gesundheitswesens in einem Land wie Sierra Leone einen Mosaikstein darstellt, um Hoffnung und spürbaren Fortschritt in eines der ärmsten Länder der Welt zu tragen. Solche Mosaiksteine braucht es, um den Menschen in ihrem Heimatland eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Damit vermeiden wir Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und die Flucht nach Europa.

 

Verein Sierra Leone Baden-Württemberg
Name in Sierra Leone: Elizabeth Agricultural Farmers Association e.V.

i.V.: Ursel Röckle     

Spendenkonto: H+G Bank Heidelberg
IBAN: DE66 6729 0100 0061 1494 06

BIC: GENODE6 1HD3

Foto: Bulgrin

Drei Löschfahrzeuge für Sierra Leone

Aus der Esslinger Zeitung vom 16.07.2015

 

Drei Löschfahrzeuge für Sierra Leone sind auf dem Stuttgarter Flughafen an Botschafter Jongopie Stevens (Mitte) übergeben worden.
Werkfeuerwehren aus Baden-Württemberg haben mit der Flughafenfeuerwehr eine Aktion gestartet, um beim Aufbau des Rettungswesens in Sierra Leone zu helfen. Sie spendeten drei Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände im Wert von rund 50.000 Euro.
Winfried Hermann (Mitte), Minister für Verkehr und Infrastruktur, übergab die Fahrzeuge jetzt offiziell an den Botschafter.

Per Schiff geht die Spende nun auf Reise in das westafrikanische Land, der Flughafen Stuttgart übernimmt die Frachtkosten von 15000 Euro.
Auslöser der Hilfsaktion war ein Besuch von Nazir Bongay, dem Leiter der National Fire Force von Sierra Leone, der im Juli 2014 zwei Wochen lang bei der Flughafenfeuerwehr hospitierte. Bongay baut den Brandschutz landesweit und in seiner Heimatstadt Freetown auf.
An der Übergabe nahmen aus Denkendorf Honorarkonsul Willi Drechsler (links) und Bürgermeister Peter Jahn (3. von links) teil, weil die Gemeinde eine Schule in Sierra Leone unterstützt.

Ebola-Krise, September 2014  -   Rundbrief an die Mitglieder

Liebe Mitglieder und Freunde,
wie beeinflusst die Ebola-Krise die Menschen in unseren Projekten bzw. gibt es dort Erkrankungen? - sind derzeit verständlicherweise oft an uns gestellte Fragen.
 

Da unsere Projekte im Westen und Norden des Landes liegen, sind uns glücklicherweise bis jetzt keine Krankheitsfälle aus unseren Dörfern bekannt geworden. Am meisten grassiert die Krankheit im Osten des Landes; näher an dieser Region liegt allerdings unsere neu erbaute Primarschule in Dia-Menima. Es liegen uns aber auch von dort keine Nachrichten über Erkrankungen vor.

 

Die für Okt./Nov. geplanten Reisen und Arbeitseinsätze mussten wir angesichts der gesundheitlichen Gefahren absagen bzw. aufschieben, bis die Epidemie abgeklungen ist.

 

Dennoch ist es uns ein großes Anliegen, den Menschen in unseren Projekten wenigstens von hier aus Hilfe zukommen zu lassen und ihnen damit auch zu zeigen, wie betroffen wir sind über diese Notlage, in die sie unverschuldet geraten sind.

 

Trotz eines strikten staatlichen Notfallprogramms herrscht in den Dörfern großer Mangel an Hilfsmitteln, die in hoher Anzahl benötigt werden, z. B.: Einmalhandschuhe, Gesichtsschutz, Schutzanzüge, Stiefel, Schuh-Überzieher, Fieberthermometer, Desinfektionsmittel u.v.a.

 

Es gibt einen Engpass bei der Beschaffung und es fehlt an den finanziellen Mitteln dafür.

 

Deshalb möchten wir solche Artikel in großer Zahl beschaffen und so rasch wie möglich dorthin schicken.

Wir bitten Sie herzlich um Geldspenden (Kontoverbindung s.u.) für diese Sonderaktion zur aktuellen Notlage!

 

Jede Spende hilft in dieser Situation sehr. Bei Spenden ab 20 € erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.

 

Wir hoffen wieder auf Ihre Unterstützung für unsere Partner und Schützlinge und grüßen Sie herzlich

 

Konteh (Vorsitzender)                                 Ursel Röckle

 

Spendenkonto:

IBAN: DE66 6729 0100 0061 1494 06

BIC: GENODE6 1HD3

Foto: Weber-Obrock

7000 Euro für Brunnen in Sierra Leone

Artikel vom 29.03.2011 © Esslinger Zeitung


ESSLINGEN: Mitarbeiter der Stadtwerke verwandeln Überstunden und Urlaubstage in bare Münze

 

Erfreute Gesichter bei der Spendenübergabe zeigen von links Wolfram Schettler, kaufmännischer Geschäftsführer der SWE, Willi Drechsler und Ursel Röckle vom Verein Sierra Leone Baden-Württemberg, die Betriebsräte Birgit Adler und Dieter Fingerle sowie der technische SWE-Geschäftsführer Wolfgang Lotz.

 

(pwo) - Zum Weltwassertag im März hatte die Belegschaft der Stadtwerke Esslingen (SWE) 7000 Euro für den Verein Sierra Leone Baden-Württemberg gespendet. Als dessen Vertreter nahmen jetzt Honorarkonsul Willi Drechsler und Ursel Röckle auf der SWE-Aktionsfläche im Einkaufszentrum „Das ES“ den Scheck entgegen. Er soll den Bau eines Brunnens in der Ortschaft Worreh Yeama im Distrikt Bombali finanzieren.

 

Insgesamt haben die Mitarbeiter der SWE 21 000 Euro für wohltätige Zwecke angespart. Das übrige Geld kommt dem Kinderhospiz in Stuttgart und der Esslinger Kinderklinik zugute.

„Die Aktion findet in jedem Jahr statt“, erklärt Betriebsrat Dieter Fingerle. Seit rund zehn Jahren werden Überstunden, Urlaubstage und Bereitschaftsdienste vom Zeitguthaben auf diese Weise in bare Münze verwandelt und dienen so dem guten Zweck. „Etwa 150 000 Euro sind dabei schon zusammen gekommen“, sagt der technische Geschäftsführer Wolfgang Lotz stolz.

Als Investition in sauberes Wasser ist der Betrag in Sierra Leone gut angelegt. Seit Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002 war die Schule in Worreh Yeama zerstört. Mithilfe des Vereins wird sie jetzt wieder aufgebaut. Der Brunnen, der ganz in ihrer Nähe entstehen wird, soll einerseits rund 4000 Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung mit sauberem Trinkwasser versorgen. Andererseits soll er die Mädchen schulisch bei der Stange halten.

„Ihre traditionelle Aufgabe ist es, Wasser zu holen“, erzählt Ursel Röckle. Dafür müssten sie oft einen vier bis fünf Kilometer langen Fußmarsch zurücklegen. Der Schulbesuch bleibe auf der Strecke. „Mit dem Brunnen aber haben wir die Mädchen schon vor Ort“, meint Röckle.Rund eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Auch viele Einwohner Worreh Yeamas schleppen das Wasser aus Flüssen und Bächen nach Hause, die gleichermaßen als Viehtränke und Abfallplatz dienen.

Für den Brunnen, der ihnen Zugang zu sauberem Grundwasser verschafft, muss zehn bis zwölf Meter tief gebohrt werden. Sein Bau passt genau ins Konzept des Vereins.

„Wir bauen unsere humanitäre Hilfe auf drei Säulen auf“, sagt Honorarkonsul Willi Drechsler. „Das sind die Landwirtschaft und Ernährung, die Gesundheit und die Bildung.“

Wartende

Startphase eines Gesundheitsprojekts in Sierra Leone
Reisebericht vom 12.04.2010

 

"Wir müssen die Veränderung sein,
die wir in der Welt sehen wollen."
Mahatma Gandhi

 

"Indirei" heißt "guten Morgen" in der ethnischen Sprache Temne, die im Distrikt Bombali im Landesinneren von Sierra Leone gesprochen wird. Dort habe ich zusammen mit drei deutschen Begleiterinnen, die zum ersten Mal in Sierra Leone waren, zwei Wochen mit intensiver Arbeit verbracht und dabei Erfahrungen gemacht, die wir alle nicht mehr missen möchten.

Ziel dieser Reise war, in zwei abgelegenen Dörfern den Gesundheitszustand der dort lebenden Menschen zu erkunden, erste Hilfe zu leisten und eine Planungsgrundlage für eine Verbesserung der Gesundheitssituation für die nächsten Jahre zu erstellen.

 

Schon am Ende unseres ersten Arbeitstages war uns klar, dass wir unser ursprüngliches Konzept korrigieren müssen: Die geplante stationäre Erste-Hilfe-Station kann vorläufig noch nicht eingerichtet werden, weil es noch kein geeignetes festes, sicher abschließbares Haus gibt. Aus dem täglichen engen Kontakt mit der Dorfbevölkerung erwuchs in wenigen Tagen unser Alternativkonzept.

 

Die Dörfer waren nicht zufällig ausgewählt. Ich kannte sie bereits von meinen drei vorherigen Reisen ins Land. Dort befinden sich zwei Betriebe der Elisabeth Agricultural Farmers Association, und die Dorfbewohner leben mit ihren Familien von der Arbeit auf den Farmen. Ich bin dort bereits gut bekannt, was uns die Türen bereitwilligst öffnet.

 

Die nächste Kleinstadt Makeni ist ca. 25 km entfernt. Dort gibt es einen Arzt und ein Krankenhaus. Jedoch können die Dorfbewohner kaum dorthin gehen - im wahrsten Sinne des Wortes -, denn sie haben keine Fahrzeuge und v. a. haben sie nicht das Geld, das vor jeder Behandlung fällig ist, um überhaupt angenommen zu werden.

 

Meine drei Begleiterinnen sind Anette Schultz aus Bielefeld, Renate Blum aus Bonn und Barbara Böttcher aus Konstanz. Alle drei sind erfahrene selbstständige Heilpraktikerinnen bei "Homöopathen ohne Grenzen", die ihren Urlaub für diesen Einsatz geopfert  haben. Wir übernachten in einem Hotel in Makeni und werden morgens von unserem einheimischen Fahrer John und dem Chef der EAFA, Yembeh Mansaray, abgeholt. Zuerst ist die Straße asphaltiert, die letzten Kilometer sind unbefestigte Piste. Der Fahrer braucht viel Geschick, das Fahrzeug unbeschadet um Schlaglöcher und tiefe Gräben, die durch starke Regengüsse entstanden sind, zu chauffieren. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass man in der Regenzeit von April bis Sept./Okt. das Dorf erreichen kann.

 

Als wir im Dorf ankommen, stockt uns fast der Atem: Unzählige Menschen erwarten uns und es wird uns gesagt, dass sie alle gekommen sind, um  unsere "Sprechstunde" aufzusuchen. Von vorn herein ist klar, dass nicht alle an einem Tag drankommen können.

 

Es hat bereits 30° im Schatten, wir werden in einen Rohbau geführt, bestehend aus Wänden, Wellblechdach, leere Fenster- und Türöffnungen.  Ein geeigneteres Gebäude gibt es im Dorf nicht, wie wir bald sehen.

 

Aus den umliegenden Hütten und bescheidenen Häuschen werden 3 Tische, Stühle und Bänke gebracht. Jeder Tisch wird mit einer schönen Tischdecke versehen. Das sind unsere 3 "Behandlungszentren". Den umherliegenden Bauschutt und Staub nehmen wir schon nach kurzer Zeit nicht mehr wahr.

Jede Heilpraktikerin nimmt an einem Tisch Platz, dazu kommt ein Dolmetscher an jedem Tisch, denn wir beherrschen die Stammessprache Temne nicht. Wir eignen uns einige grundlegende Ausdrücke zur Begrüßung, Bitte, Dank und Verabschiedung an.

 

Es wird von Temne in Englisch und umgekehrt übersetzt. Die Dolmetscher sind Lehrer aus den umliegenden Schulen. Das hat den großen Vorteil, dass sie uns die Lebensverhältnisse immer wieder erläutern können.

 

Der Schulleiter der Dorfschule hat eine mehrseitige Patientenliste angelegt und sorgt mit ein paar Helfern dafür, dass der Tag einigermaßen geordnet ablaufen kann. Immer wieder schwillt der ohnehin hohe Geräuschpegel um das Gebäude zu lautem Streit über die Reihenfolge an.

 

In der zweiten Woche sind wir im nächsten Dorf. Dort gibt es einen überdachten Versammlungsplatz, wo unsere drei Behandlungszentren eingerichtet werden. Die "Halle" ist nach drei Seiten offen, so dass es ein wenig luftiger ist. Ansonsten ist der Andrang der Menschen, die teilweise von weither gekommen sind, täglich noch größer.

 

Die Rat und Hilfe suchenden Patienten sind ein Querschnitt der gesamten Bevölkerung: Frauen und Männer, Hochbetagte, Mütter mit Babys, oft auch mit der gesamten Kinderschar.

 

Fast alle haben Malaria, Husten, durch Parasiten hervorgerufene Krankheiten, Würmer, Hautkrankheiten, unablässige Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen. Wir sehen viele Augenerkrankungen, oft hervorgerufen durch das tägliche Holzkohlenfeuer zum Kochen und durch Unterernährung, viele Leisten- und Hodenbrüche, schlecht versorgte Wunden, Kriegsverletzungen, die nie wirklich behandelt wurden, Spätfolgen von Gonorrhö, Elefantiasis, Lähmungen, Beschwerden durch Beschneidung der Frauen, ...

 

Erschreckende Folgen durch "Behandlungen" von Heilern werden uns verzweifelt gezeigt, so z.B. ein Junge mit schwersten Verbrennungen im Gesicht, weil ihm ein "Heiler" den Kopf in kochendes Wasser tauchte, um seine Epilepsie zu heilen. Einige Menschen haben keine Haare mehr oder nur noch Haarinseln auf dem Kopf, da ihre Kopfschmerzen mit Säure "weggeätzt" werden sollten.

 

Die Hilfesuchenden erhalten homöopathische Medikamente bzw. eine ordentliche Wundversorgung. Die Materialien haben wir aus Deutschland im Container schicken lassen und bringen sie täglich im Auto zu unserem Einsatzort.

 

Die drei Heilpraktikerinnen arbeiten täglich bis zur Erschöpfung, unter primitivsten Bedingungen, ständig nass geschwitzt; täglich hat es ab mittags 38° im Schatten (Spitzenwert an einem Nachmittag 40°).

 

Ich selbst finde meine Aufgabe in den verschiedensten Handreichungen bei den drei Arbeitsgruppen, als Übersetzungshelferin und v.a. beim Dokumentieren.

 

Die vielen, vielen wartenden, z.T. verzweifelten Menschen lassen uns trotz der unerträglichen Hitze nicht erlahmen, immer wieder den Schweiß und den Schmutz abzuwischen und noch einen Mann, noch eine Frau oder ein Kind anzunehmen. Die Menschen sind in einem bei uns unvorstellbaren Maße bitter arm. Und doch wird uns manchmal abends ein lebendes Huhn als Dankgeschenk überreicht - welche Kostbarkeit in diesen ärmlichen Verhältnissen!

 

Es fällt uns auf, dass die Menschen fürsorglich miteinander umgehen, die alten Menschen haben ihren Platz in der Familie und sind sehr angesehen in der Gemeinschaft. Die Kinder lassen sich gern fotografieren und wollen die weißen Frauen alle einmal berühren. Immer wieder habe ich die sanften Finger in meinem Rücken gespürt, und sobald ich im Dorf unterwegs war, hingen an jeder Hand mehrere Kinder.

 

Rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit müssen wir jeden Abend die asphaltierte Straße erreicht haben. In Makeni werden wir zuerst ins Haus unserer einheimischen Köchin gefahren. Dort steht Wasser in einer Schüssel, Seife und ein Handtuch bereit zum Händewaschen. Dann gibt es afrikanisches Essen, das wirklich lecker ist und das uns auch gut bekommt. Meist gibt es Reis, Kassawa, Gemüse, Hühnerfleisch, auch mal Innereien, sehr würzig und schmackhaft zubereitet. Einmal gibt es köstlichen gegrillten Fisch. Kokosnussfleisch oder Mangos beschließen das Essen - und dann dürfen wir endlich ins Hotel zum Duschen! Meist ist es danach schon 21 Uhr und wir treffen uns noch einmal, um Medikamente und Material für den nächsten Tag vorzubereiten und die aufregendsten "Fälle" des Tages zu besprechen.

 

MitarbeiterInnen von anderen Hilfsorganisationen aus Kanada, Wales, England, USA, ... sind ebenfalls im Hotel, so dass hier noch Kontakte geknüpft und wertvolle Infos ausgetauscht werden.

 

Wir freuen uns sehr, wenn die Klimaanlage wenigstens hin und wieder funktioniert (der Stromgenerator dafür wird sehr sparsam eingesetzt, da Diesel verhältnismäßig teuer ist), damit uns ein paar Stunden erholsamen Schlafs gegönnt sind.

 

Wir wollen - ja, wir können uns gar nichts anderes vorstellen als wiederzukommen und weiterzumachen.

 

Unser Konzept sieht vor, dass in den nächsten 2 - 3 Jahren ca. 3-mal pro Jahr ein kleines Team von uns geeignete Bewohner der Region in erster Hilfe und in einfachen Gesundheitsmaßnahmen schult. Die Schulung schließt mit einer Prüfung ab. Für bestandene Prüfungen wird ein Zertifikat ausgestellt.

 

Die dann ausgebildeten Menschen haben durch die erworbene Qualifikation eine Einkommensmöglichkeit und manche können evtl. als Multiplikatoren wirken, indem sie ihr Wissen weitergeben.

 

Personelle Unterstützung erhält der "Verein Sierra Leone Baden-Württemberg" durch den in solchen Projekten bereits erfahrenen Verein "Homöopathen ohne Grenzen".

 

Wochenendausflug
Am Wochenende wird nicht gearbeitet. Wir sind eingeladen ins etwa 40 km entfernte Städtchen Magburaka. Dort findet die offizielle Einweihungsfeier statt für die seit Dez. 2009 installierte Solarstromanlage in der Boys Secondary School , die unser "Verein Sierra Leone Baden-Württemberg" gespendet und installiert hat (s. Bericht v. 12.02.10 in EZ, Bei uns).

 

Die Schülermusikkapelle empfängt uns schon im Ort und geleitet uns mit schwungvollen Melodien zum Schulgelände. Der Deutsche Botschafter, Herr Freudenhammer, ist Ehrengast und hält die Festrede.

 

Im Jahr 2005 habe ich diese im Bürgerkrieg stark zerstörte Schule erstmals besucht. Nunmehr sind fast alle Gebäude wieder aufgebaut, das Internat mit ca. 500 Plätzen ist wieder in Betrieb. 1500 Schüler besuchen diese bedeutende Sekundarschule, die in Handwerksberufen ausbildet und auch Erwachsenenbildung anbietet.

 

Der "Verein Sierra Leone Baden-Württemberg e.V." finanziert alle Projekte über die Mitgliedsbeiträge (€ 20,- pro Jahr) und über Spenden. Die Reisekosten zu den Projekten werden von den Mitarbeitern selbst getragen.

 

Über Spenden für das Gesundheitsprojekt würden wir uns sehr freuen: H + G Bank Heidelberg, Kontonr. 611 49 406, BLZ 672 901 00, siehe auch Seite “Spenden und Mitgliedschaft”.

 

Für jede Spende wird eine steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigung ausgestellt.

 

12.04.2010   Ursel Röckle

Faszination Flamenco für Sierra Leone               
06.02.2010


Eingeladen hat der Verein Sierra Leone Baden-Württemberg e.V. zu einer Benefizveranstaltung. Im sehr gut besuchten Bürgerhaus in Hohengehren wurde das Publikum von Danzaluna nach Andalusien entführt. Als Ehrengäste waren der Bürgermeister von Baltmannsweiler, Herr Martin König, sowie der Honorarkonsul der Republik Sierra Leone für Baden-Württemberg, Herr Willi Drechsler, anwesend.

 

Von Manuela der Cartuja hinreißend dargebotener Flamenco-Tanz, meisterhaft begleitet von Erik Weisenberger an der Gitarre, nahm die Besucher von Anfang an mit und immer wieder ertönte "Olé" aus dem Saal. Barbara Hennerfeind begeisterte mit leidenschaftlich vorgetragenen Liedern. Ihre Stimme und die Gitarrenbegleitung vermittelten "hautnah" die großen Gefühle des Lebens, die in den Liedern besungen wurden. Als Tanzduo zeigten dann Manuela de Cartuja und Barbara Hennerfeind mit Kastagnetten in einer wunderbaren Choreographie ihr perfektes Können.

 

Die farbenfrohen Kleider der Tänzerinnen waren in der Bewegung eine wahre Augenweide, wobei auch im Publikum einige afrikanische Besucher aus Sierra Leone in traditioneller afrikanischer Kleidung noch einen reizvollen optischen Akzent setzten.

 

Zu den jeweils angekündigten Stücken gab es oft eine humorvolle Einführung, die Einblicke in die Geschichte und Kultur in unterhaltsamer Manier gewährte. Dazwischen erinnerte die Moderatorin an den Zweck der Veranstaltung, indem sie verschmitzt erklärte, wie glücklich das Spenden den Spender macht.

 

Stürmischer Beifall am Ende entlockte den Künstlern zwei wunderbare Zugaben.

Vor dem künstlerischen Programm wurden von Ursel Röckle vom Verein Sierra Leone Baden-Württemberg die Aufgaben und Aktivitäten des Vereins dargestellt. Diese sind bestimmt von den brennenden Problemen dieses zu den ärmsten Ländern der Welt gezählten Landes. Der Verein widmet sich der Unterstützung und Förderung

 

· der Landwirtschaft,
· der Bildung
· des Gesundheitswesens

Zur Landwirtschaft
47 % der Bevölkerung gelten als unterernährt, deshalb ist die Unterstützung der Landwirtschaft ein wichtiger Grundpfeiler. Diese geschieht durch Hilfen für 3 Farmbetriebe (Elisabeth Agricultural Farmers Association), wo die Grundnahrungsmittel Reis und Kassawa inzwischen mit gutem Erfolg angebaut werden. Außerdem wird der Gemüse- und Früchteanbau gefördert. Inzwischen leben ca. 450 Familien auf und von diesen 3 Farmbetrieben, das sind etwa 2 500 Menschen.
Zwei dieser Betriebe haben im letzten Jahr Brunnen erhalten, so dass jetzt eine der wichtigsten Lebensgrundlagen - sauberes Wasser - verfügbar ist.
Begonnen wurde im letzten Jahr in einem der Betriebe mit dem Anbau von Heilpflanzen. Das Projekt ist langfristig angelegt. Die Dorfbevölkerung wird im Anbau und in der Verarbeitung und Anwendung der Pflanzen angeleitet - alles immer im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe.

Bildung
Im Jahr 2009 wurden zwei sehr schöne Ziele erreicht:
In Rotifunk Village, fast 200 km im Landesinneren gelegen, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Ludwig-Uhland-Schule in Denkendorf eine Primarschule errichtet, die im Febr. 2009 eingeweiht wurde. Sie besteht aus 2 Schulgebäuden mit festen Dächern, einem Toilettengebäude und einem Brunnen.

 

355 Jungen und Mädchen besuchen derzeit diese Vorzeigeschule für diese ländliche Region. Bei der Einweihungsfeier wurde eine Schulpartnerschaft mit der Ludwig-Uhland-Schule in Denkendorf gegründet und die Förderung der Lehrerfortbildung angebahnt.

 

Im Dez. 2009 konnte ein weiterer Erfolg verzeichnet werden: Eine bedeutende Sekundarschule mit integrierter Berufsbildung in Handwerksberufen, ebenfalls im ländlichen Bereich, war im Bürgerkrieg stark zerstört worden. Der Verein Sierra Leone Bad.-Württ. machte es sich zur Aufgabe, diese Schule mit Solarstrom zu versorgen, da Sonnenenergie in Sierra Leone nahezu ganzjährig zur Verfügung steht. Nach langwierigen Planungen und Abstimmungen mit den dortigen Behörden gelang es schließlich, diese für den Verein bisher größte finanzielle Herausforderung zu realisieren. Spenden, Förderungs- und Stiftungsmittel von insgesamt € 50 000 machten es möglich. In dieser Schule brennt seit dem 19. Dez. 2009 Licht! 1 500 Schüler besuchen derzeit diese Schule.

Gesundheitswesen
Malaria, Magen-/Darminfektionskrankheiten, Tuberkulose sind die grassierendsten Krankheiten. Die Säuglings-, Kinder- und Müttersterblichkeit gehören zu den höchsten der Welt, die Lebenserwartung liegt bei ca. 41 Jahren!

 

Der Verein hat bisher schon durch Hilfslieferungen von medizinischen Geräten, Rollstühlen etc., auch einem komplett ausgestatteten Rettungsfahrzeug, versucht, die Not etwas zu lindern.

 

Nun wird erstmals am Fr., 12. Febr. 2010, ein 4-köpfiges Team nach Sierra Leone starten, um in einem der Farmbetriebe mit den dazugehörigen Dörfern eine Gesundheits- und Erste-Hilfe-Station zu gründen. Dazu gehört die langfristig geplante Schulung von einheimischen Personen, Kontakte zu den örtlichen Heilern sowie zu den bestehenden Gesundheitseinrichtungen und Ärzten in der Umgebung, um langfristig eine Verbesserung der Gesundheitssituation zu erreichen. Das Projekt ist auf mehrere Jahre angelegt und erfordert in der ersten Stufe einen finanziellen Einsatz von ca. € 8000.
Die Spendensumme des Benefizabends mit Danzaluna ergab € 1 256,70 !!! Der Verein dankt den Spendern und den Künstlern von Danzaluna ganz herzlich für diese großzügige Hilfe!

 

Ursel Röckle
Ein entsprechender Bericht kam am 12.2.2010 in “Bei uns” von der Esslinger Zeitung.

Zusammenareit mit dem Förderverein der Ludwig-Uhland-Schule in Denkendorf
Bau der Primarschule in Rotifunk Village / Sierra Leone
Veranstaltung nach Abschluss des 1. Bauabschnitts:

 

Gemeinsame Schritte, die viel bewegen.
Die Schulhauseinweihung in Sierra Leone - Wir sind stolz!
30.5.2008


Was wurde aus den Einnahmen vom Sponsorenlauf „Schritt für Schritt“?
Was wurde erreicht? Wie sieht das Schulgebäude nun aus?
Wie ist das mit der Schulpartnerschaft?
Fragen über Fragen, die am 30. Mai 2008 alle beantwortet werden!

Im Januar wurde völlig unbeachtet von der großen Weltpolitik und doch mit weit reichenden Folgen für eine ganze Reihe von Menschen in Rotifunk-Kasseh die neue Schule eingeweiht. Frau Röckle, Botschafterin der LUS und des FV sowie Honorarkonsol W. Drechsler und Herr Konteh, VOG waren an der Schuleinweihungsfeier der DEC Primary School vor Ort dabei. Sie werden uns am 30. Mai von dem großartigen Erlebnis berichten und einige Bilder zeigen.
Wir können froh und stolz darauf sein, diesen Schulbau ermöglicht zu haben. Wie Sie durch die Presse erfahren konnten, gehört Sierra Leone zu den ärmsten Ländern der Erde. Wir haben einen kleinen Beitrag zur Weiterentwicklung geleistet.
Lassen Sie sich den nun anstehenden „Schritt der Einweihung“ nicht entgehen und feiern Sie mit. Schüler, Lehrer und der FV-LUS laden Sie herzlich zur Einweihungsfeier ein.

Programm


16.00 Uhr
Hallenöffnung mit Impressionen vom Sponsorenlauf


16.30 Uhr

Begrüßungslied “Alle Kinder lernen lesen“ – Kinder der Klassen 1
· Begrüßung und Auftakt LUS durch Frau Zährl
· Begrüßung und Nachlese Sponsorenlauf
FV-LUS Frau Förster
· Trommeleinlage Projektgruppe - Frau Betz
· Grußworte Schirmherr Bürgermeister Peter Jahn
· Abenteuer Tanz Projektgruppe - Frau Betz
· Bilder und Berichte
· Power Point Präsentation zur Schulhauseinweihung und Schulpartnerschaft durch Frau Röckle,
   Botschafterin der LUS und des FV sowie Herrn Willi Drechsler, Honorarkonsul von Sierra Leone. 

· Afrika Quiz „Was wissen wir über Afrika“
· Schlussworte und Perspektiven, Frau Zährl


ca. 18.00 Uhr
Gemeinsames Schlusslied „Wenn viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, viele kleine Schritte tun“  Frau Henzler.
Im Anschluss stellt der FV kostenlos alkoholfreie Getränke und Snacks bereit.


Veranstaltungsort:
Ludwig-Uhland-Schule – Turnhalle
Schulstrasse 8 · 73770 Denkendorf
Organisation/Veranstalter:
Ludwig-Uhland-Schule und der Förderverein LUS e.V. Denkendorf

Projektbetreuung:
Honorarkonsul der Republik Sierra Leone Willi Drechsler, Denkendorf

Schirmherrschaft:
Bürgermeister Peter Jahn, Denkendorf

Projektausführung:
VOG Voice of Germany-Sierra Leone, Herr Conteh

Projektvermittlung:
Deutsche Botschaft in Freetown

Konsul Willi Drechsler startet DRK-Krankenwagen nach Sierra Leone
22.12.2007


Ein Krankentransportwagen des DRK-Kreisverbandes Böblingen hat jetzt die Reise in das westafrikanische Sierra Leone angetreten. Das gut erhaltene Fahrzeug aus dem Bestand des DRK-Kreisverbandes Böblingen wurde zu einem Vorzugspreis an Willi Drechsler, Honorarkonsul der Republik Sierra Leone für Baden-Württemberg, übergeben. Drechsler händigte kurz vor dem Heiligen Abend Schlüssel und Papiere an Mohamed Sangarie, den Vertreter des Botschafters von Sierra Leone in der Bundesrepublik Deutschland, Foday M. D. Seisay sowie an Debali S. Konteh, Vorsitzender des Vereins Sierra Leone Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart aus. Konteh war zu der kleinen Zeremonie auf dem Firmengelände von Konsul Drechsler in Denkendorf in Begleitung seiner Vorstandskollegin Ursel Röckle gekommen. Anwesend auch Ernst Baldauf, Leiter des DRK-Rettungsdienstes im Kreis Böblingen sowie Herbert Kilgus, zuständig für die Rot-Kreuz-Arbeit im DRK-Kreisverband Böblingen, der in Denkendorf wohnt und die Kontakte zu Willi Drechsler hergestellt hatte.
Der Krankentransportwagen, der tadellos in Schuß ist, verfügt über eine umfangreiche medizinisch-technische Ausstattung, die höchsten Ansprüchen gerecht wird. Das Fahrzeug wird nun über Bremerhaven nach Sierra Leone verschifft und nach rund zweiwöchiger Seereise in Westafrika eintreffen. Es wird in einem 120-Betten-Krankenhaus des Landes stationiert, das für rund 50 000 Patientinnen und Patienten zuständig ist. Die dortigen Ärzte sind in Deutschland und Großbritannien ausgebildet worden. Die Reise nach Sierra Leone treten auch zahlreiche Rollstühle aus dem Fundus von Konsul Drechsler an, die im Krankenwagen verstaut sind.
Zur Unterstützung der humanitären Arbeit ist in Baden-Württemberg ein Verein für Sierra Leone ins Leben gerufen worden, dem deutsche und sierra-leonische Bürgerinnen und Bürger angehören. Ziel ist es, den Menschen in dem westafrikanischen Land nach zehnjährigem Bürgerkrieg wieder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen. Nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" werden in Sierra Leone konkrete Projekte in Landwirtschaft, Bildung sowie im Gesundheitswesen unterstützt. DRK Kreisverband Böblingen e.V.: Krankenwagen in Westafrika,

Honorarkonsul von Sierra Leone am Gymnasium Plochingen
Reichenbacher Anzeiger den 07.12.2007


Am vergangenen Donnerstag war der Honorarkonsul von Sierra Leone, Herr Willi Drechsler in Begleitung von Frau Ursel Röckle vom Verein Sierra Leone Baden-Württemberg eine Doppelstunde zu Gast bei mehreren zehnten Klassen des Gymnasiums.
Die Gäste stellten eindrucksvoll die jüngere Geschichte des Landes seit der Kolonialzeit, die durch einen zehnjährigen Bürgerkrieg von 1991 bis 2001 dominiert wird, sowie die aktuelle Lage im Land dar. Anhand zahlreicher Bilder wurden den Schülern die schwierige Lage im Lande, aber auch die guten Ansätze für eine bessere Zukunft vor Augen geführt.
Honorarkonsul und Verein arbeiten hier Hand in Hand und mit großem persönlichen Engagement gemeinsam für die Menschen. Mit dem Ziel der Nachhaltigkeit fördern sie Hilfe zur Selbsthilfe in der Landwirtschaft, in der schulischen und beruflichen Ausbildung und im Gesundheitswesen. Gegen Ende der Schulstunden war auch noch Zeit für Fragen von Seiten der Schüler, die gern und ausführlich beantwortet wurden.
Schließlich wurden die Gäste mit großem Applaus verabschiedet. Der Besuch hatte dann auch gleich noch Folgen: Die Kollekte des Weihnachtsgottesdienstes wird dem Verein Sierra Leone Baden-Württemberg für seine Hilfsprojekte zugeführt werden.

Unterwegs: Spenden für Sierra Leone
THGler engagieren sich für Farmprojekt in Afrika

Elternbrief  41, Juli 2006


Liebe Eltern, liebe Schüler,
die Sachspenden für unser Afrikaprojekt sind nun auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsort in
Sierra Leone. Wir wollen uns noch einmal für die zahlreichen, vielfältigen Sachspenden für die
Elisabeth-Farm wie Werkzeug, Kleidung, Spielsachen und Fahrräder bedanken und einen
kleinen Bericht über unsere Spenden-Einpack-Aktion liefern:
Freitag
Am 7.7. trafen wir uns, um alle Spenden zu sichten und in Kartons zu verpacken. Da wir nicht
genug Kartons hatten, gingen ein paar von uns nach Esslingen um Kartons zu besorgen. In
Esslingen fragten wir in verschiedenen Läden nach Kartons, Kisten etc. Die Ausbeute war sehr
gering und wir gingen mit vier Kartons und hängenden Köpfen Richtung Schule. Auf dem
Weg kamen wir an „Schäfers Lampenideen“ vorbei und fragten den Verkäufer nach Kartons.
Der Herr war sehr nett und überließ uns einen riesigen Stapel Kisten. Währenddessen begann
es wie aus Kübeln zu regen und wir riefen unsere ehemalige Klassenlehrerin und Helferin Frau
Große an. Kurz darauf holte Frau Große die Kartons ab. Uns nicht …! Wir mussten laufen! Als
wir, nass bis auf die Haut, in der Schule ankamen, waren die Spenden größtenteils schon
beschriftet und konnten verpackt werden.
Samstag
Am nächsten Tag mussten die Spenden nach Denkendorf transportiert werden, wo Herr
Drechsler, der Honorarkonsul von Sierra Leone, einen Schiffscontainer (8 Fuß breit, 40 Fuß lang)
lagerte. Wir trafen uns gegen halb zehn am THG um den Transport zu organisieren. Und noch
einmal hieß es schleppen, tragen, zupacken und wuchten. Mit Hilfe von unseren Eltern, Herrn
Sedlatschek und Frau Große wurde alles zum Transport bereit gemacht. Nachdem alles in
den Container verladen worden war, gestalteten wir eine Stellwand mit Bildern der gesamten
Spendenaktion und stellten sie im Foyer unserer Schule auf. Werfen Sie doch mal einen Blick
darauf!
Wir sind sehr erfreut über die positive Resonanz und hoffen, dass Sie weiterhin Interesse an
unserem Projekt zeigen. Uns hat die ganze Aktion viel Spaß gemacht und wir freuen uns
schon auf die Bilder, die wir von der Ankunft der Spenden und der Reaktion der Menschen
vor Ort bekommen werden.
Ihre Klasse 8b
Theodor-Heuss-Gymnasium

 

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© Ursel Röckle